
Erfolgreiche Rezertifizierung des MVZ

Caritasklinik St. Theresia investiert über 7 Millionen Euro in ihre Radioonkologische Klinik – neue Geräte für Strahlentherapie sorgen für noch mehr Präzision und Behandlungserfolge
Geringere Nebenwirkungen, höhere Heilungschancen: dank moderner Technik erzielt die Strahlentherapie immer bessere Ergebnisse. Um zu gewährleisten, dass Krebspatienten die bestmögliche Strahlentherapie erhalten, hat die Caritasklinik St. Theresia in zwei neue Linearbeschleuniger und einen Computertomographen investiert und mit einem Neubau auch
die räumliche Situation der Klinik für Radioonkologie verbessert.
„Die Investitionen belaufen sich insgesamt auf über sieben Millionen Euro“, sagt der Chefarzt der Radioonkologie, Dr. med. Hans-Achim Schmieder. Bereits im Oktober 2009 konnten die ersten Bestrahlungen mit einem der neuen Geräte erfolgen, 2010 ging auch der zweite neue Linearbeschleuniger in Betrieb. „Durch das Vorhandensein von zwei Geräten ist sichergestellt, dass unsere Patienten auch im Falle eines länger andauernden technischen Defekts weiterbehandelt werden können. Ein solches Ausfallskonzept ist in den in Deutschland geltenden Strahlenschutz-Richtlinien vorgeschrieben“, so Chefarzt Dr. Schmieder.
Hauptvorteil der neuen Linearbeschleuniger ist die noch exaktere Bestrahlung von Tumoren, wodurch die Dosis der Strahlung erhöht werden kann, ohne dass gesundes Gewebe zu sehr belastet wird. „Eine optimale Anpassung an die anatomische Form ermöglicht die sogenannte ‚konformale Bestrahlung’, bei der Lamellen die Blende so verengen, dass nur der gewünschte Bereich bestrahlt wird“, erklärt Dr. Schmieder. Auch der Winkel der Einstrahlung sei präzise einstellbar. Möglich ist mit den neuen Geräten auch eine „intensitätsmodulierte Bestrahlung“, bei der die Dosis innerhalb des Bestrahlungsfeldes nochmals abgestuft wird. Eine große Erleichterung für die Patienten bringt die „RapidArc-Bestrahlungstechnik“, die in der Radioonkologie der Caritasklinik künftig verstärkt eingesetzt werden soll. Dank dieser technischen Neuerung kann die Bestrahlungsdauer bei gleicher Wirkung stark verkürzt werden – beispielsweise von 15 auf 1,5 Minuten.
„Dadurch, dass wir mit den Linearbeschleunigern der neuesten Generation die Dosis der Bestrahlung im Tumor erhöhen, erzielen wir bessere Ergebnisse, als dies in früheren Jahren möglich war“, berichtet Hans-Achim Schmieder. „Mit alleiniger Bestrahlung geheilt werden können unter anderem niedrige Stadien von Prostatakrebs, Kehlkopfkrebs, Zungenkrebs, Hautkrebs (Basaliom, Plattenepithelkarzinom), bösartige Lymphome und manche Stadien von Gebärmutterhalskrebs. Andere Krebsarten können mit einer Kombination aus Chemotherapie und Bestrahlung oder Operation und Bestrahlung ohne oder mit Chemotherapie kurativ behandelt werden.“ Unerwünschte Nebenwirkungen wie sonnenbrandähnliche Hautreaktionen könnten zwar nicht vollständig ausgeschlossen werden, seien jedoch seltener und geringfügiger als früher.
Grundlage für die Bestrahlung bildet der am Computer berechnete Bestrahlungsplan, der in der Radioonkologie der Caritasklinik von vier Medizin-Physikern in Zusammenarbeit mit den Strahlentherapeuten erstellt wird. „Die am PC errechneten Daten werden dann am Linearbeschleuniger übernommen und dort wiederum von uns überprüft“, erklärt Physiker Dr. Jörg Müller. Die Bestrahlung selbst überwachen je zwei Medizinisch-technische Assistentinnen über mehrere Monitore. Denn die letzte Kontrollinstanz bleibt trotz modernster Technik immer noch der Mensch.
Hintergrund
60 bis 70 Prozent aller Krebspatienten werden im Laufe ihrer Erkrankung strahlentherapeutisch behandelt. Allein in der Klinik für Radioonkologie der Caritasklinik St. Theresia werden täglich 80 bis 90 Patienten bestrahlt. Zu den Krankheiten, die mit der Strahlentherapie allein oder als Zusatz zu Operation und/oder Chemotherapie geheilt werden können, gehören u.a. Gebärmutterkarzinome, Mammakarzinome, Prostatakarzinome, Tumore im Kopf-Hals-Bereich, Enddarmtumore, bösartige Lymphome und Hodenseminome sowie manche Hautkarzinome. Zahlreiche weitere gut- und bösartige Krankheiten lassen sich durch Kombinationstherapien heilen. Viele Krankheitsentwicklungen und Symptome bösartiger Tumoren können durch die Strahlentherapie anhaltend reduziert und gelindert werden, z.B. Knochenmetastasen (ca. in 80 % der Behandelten erreichbare Schmerzverminderung).
Das wichtigste Handwerkszeug der Radioonkologie ist der Linearbeschleuniger. In ihm werden in einer Hochvakuumröhre mit Hilfe von Hochfrequenzfeldern Elektronen auf eine sehr hohe Geschwindigkeit beschleunigt. Diese können für die Oberflächentherapie angewendet werden. Häufiger benötigt wird eine ultraharte Röntgen- oder Photonenstrahlung, die für die Bestrahlung von Tumoren in der Tiefe des Körpers besonders gut geeignet sind.
Ansprechpartner für die Presse:
Dr. med. Hans-Achim Schmieder, Tel. (0681) 406-1531,
E-Mail: a.schmieder@caritasklinik.de.