
Erfolgreiche Rezertifizierung des MVZ

Im Zuge einer Weihnachts-Aktion spendet die Firma „Kimeta“ 50 Prozent ihrer Einnahmen, die sie durch Stellenanzeigen im Dezember erzielte, an eine soziale Einrichtung. Dieses Geld kommt nun Saarbrücker Migrantinnen und Migranten zu Gute. Das cts Schulzentrum St. Hildegard möchte ihnen entweder eine Ausbildung ermöglichen oder sie dabei unterstützen bei bereits vorhandenem Ausbildungsabschluss im Heimatland eine Anerkennung für ihren Beruf in Deutschland zu erwerben. Sind diese Hürden erst einmal genommen, so haben sie guten Chancen schnell einen Arbeitsplatz im Gesundheitswesen zu finden und die Integration kann besser gelingen. Das Schulzentrum ist die zentrale Ausbildungsstätte der Caritasklinik St. Theresia und des Krankenhauses St. Josef in Saarbrücken und verfügt insgesamt über 210 Ausbildungsplätze, verteilt auf Hebammenwesen, Logopädie, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Krankenpflegehilfe.
Roswitha Fuhr, die Leiterin des Schulzentrums sagt über das Projekt: „In Saarbrücken leben viele Migrant/innen in den Stadteilen Burbach, Malstatt und Alt-Saarbrücken, die zum Einzugsgebiet des Schulzentrums St. Hildegard gehören. Menschen, die in unser Land kommen, benötigen Hilfe, damit sie unsere Sprache lernen, Freunde gewinnen und sich zurechtfinden. Laut Statistik sind Migranten doppelt so häufig von Arbeitslosigkeit bedroht wie Deutsche, deshalb muss unserer Meinung nach die öffentliche Aufmerksamkeit verstärkt auf diese Personengruppe gelenkt werden. “Oft würden die Qualifikationen, die im Herkunftsland bereits erworben wurden, nicht oder nicht vollständig anerkannt. Damit Migrant/innen überhaupt eine Chance erhalten einen Arbeitsplatz finden zu können, müssten sie sich häufig einer „deutschen“ Prüfung oder einer zusätzlichen Ausbildungszeit unterziehen. Aufgrund der unterschiedlichen Ausbildungsstrukturen und der häufig mangelnden Sprachkompetenz gestaltet sich dieses Unterfangen eher problematisch.
„Auch Angesichts des Fachkräftemangels im Gesundheitswesen müssen berufsbildende Schulen und Ausbildungsbetriebe jetzt neue Konzepte entwickeln, um Migrant/innen gute Ausbildungschancen und damit Arbeitsmöglichkeiten zu eröffnen“, sagt Roswitha Fuhr. Nicht nur die rein fachlichen Qualifikationen, sondern auch interkulturelle Kompetenzen und Mehrsprachigkeit seien in Zukunft noch stärker gefragt.
Zurzeit sind im Schulzentrum St. Hildegard 40 Schüler/innen mit Migrationshintergrund in den einzelnen Ausbildungskursen integriert, wobei sich die Herkunftsländer der 31 weiblichen Schülerinnen und 9 männlichen Schüler über die ganze Welt verteilen. Um den Integrationsprozess zu fördern, hat sich das Schulzentrum entschieden, keine speziellen „Migrationskurse“ einzurichten, sondern die Bewerber/innen, entsprechend ihrer Kompetenzen, in die regulären Ausbildungskurse aufzunehmen. Sowohl für die Mitarbeiter/innen als auch für die Auszubildenden stellt dies eine besondere Herausforderung dar, der sich alle Beteiligten aber gerne stellen.
Das gespendete Geld wird das Schulzentrum unter anderem in zwei Notebooks mit installierter Übersetzungs-Software investieren, in eine Videokamera, um damit die Kommunikation zu supervidieren sowie in Fortbildungen für die Lehrkräfte zum Thema Integration.